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Raumordnung

Der Kooperationsraum Mittelzentrum Reinbek/Glinde/Wentorf bei Hamburg ist im Jahre 2009 durch die Verordnung zum zentralörtlichen System Schleswig-Holstein festgelegt worden. Interessante Informationen dazu finden Sie hier.

Was ist ein Mittelzentrum?

Das Mittelzentrum ist zunächst einmal theoretisch zu betrachten als Teil des Zentralörtlichen Systems, welches im Raumordnungsgesetz des Bundes verankert ist. Die Länder weisen entsprechend dieses Systems in ihrem Landesentwicklungsplänen Orte mit verschiedenen Versorgungsfunktionen aus. Damit nimmt die Landesplanung Einfluss darauf, dass überörtlich bedeutsame Einrichtungen der Daseinsvorsorge für alle Einwohner des Landes möglichst wohnungsnah in zumutbarer Entfernung erreichbar sind. Solche Einrichtungen sind z.B. weiterführende Schulen, Theater, Museum, größere Sportanlagen, Behörden, Krankenhaus, Fachgeschäfte und Beherbergungsbetriebe.
http://www.schleswig-holstein.de/DE/Fachinhalte/L/landesplanung_raumordnung/weitereThemen/raumordnung_zentraloertliches_system.html

Welche Kriterien müssen erfüllt sein?

Die Festlegung der zentralen Orte erfolgt in einer Landesverordnung auf der Grundlage bestimmter Einwohnerzahlen. Für ein Mittelzentrum im Verdichtungsraum sind das mindestens 25.000 (bebautes Siedlungsgebiet) bzw. 80.000 Einwohner (Verflechtungsbereich). Das Mittelzentrum Reinbek, Glinde und Wentorf stellt im Hamburger Umland nun eine Besonderheit dar, weil das Mittelzentrum aus drei Kommunen besteht. Hinzu kommt der Verflechtungsbereich des Mittelzentrums, welcher die Kommunen Oststeinbek, Barsbüttel, Brunsbek, Aumühle, Wohltorf und Börnsen umfasst.
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Welche Vorteile ergeben sich aus der Einstufung als Mittelzentrum?

Konkret profitieren die Einwohner von den Finanzzuweisungen des Landes für die Ausgestaltung und den Betrieb öffentlicher Einrichtungen mit Ausstrahlung über die Grenzen des zentralen Ortes hinaus, wie z.B. Volkshochschule, Theater oder Schwimmbad. Durch den Status Mittelzentrum sind grundsätzlich auch verbesserte Voraussetzungen gegeben, Fördermittel des Landes in Anspruch zu nehmen, z.B. im Rahmen der Stadtentwicklung und Städtebauförderung.

Welchen weiteren Nutzen gibt es?

Ein weiterer Nutzen ist, das Mittelzentren im Bereich Einzelhandel größere Entwicklungsspielräume wahrnehmen können, z.B. bei der Genehmigung von Einkaufsstandorten.

Im Wettbewerb mit anderen Städten um Einwohner, Gewerbe und bei der Interessenwahrnehmung gegenüber dem Land oder der Metropole Hamburg ist die Position gestärkt, da das Mittelzentrum knapp 60.000 Einwohner vertritt.

In Zeiten geringer finanzpolitischer Handlungsspielräume und einschneidender altersstruktureller Veränderungen könnte durch eine räumliche Arbeitsteilung bei dem Betrieb und der Finanzierung von Einrichtungen der Erhalt von Angeboten im Mittelzentrumsgebiet gesichert werden, z.B. durch Kooperation bei Sportstätten und Freizeiteinrichtungen, der Kultur sowie der nichtschulischen Bildung.